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TP07: Gontia als „Melting pot“? – Die Zusammensetzung der kastellzeitlichen römischen Bevölkerung Günzburgs im Spiegel der Gräber. Ein Modell für Raetien.

Projektverantwortliche: Dr. C.S. Sommer, Prof. Dr. W. Czysz, Dr. G. McGlynn

Bild5Die römische Okkupation wird wesentlich durch das Militär getragen. Nach gültigem Modell kommt die Bevölkerung der die römischen Kastelle umgebenden Marketendersiedlungen mit der ersten Besatzung an einen gegebenen Standort – und folgt dieser bei einer Versetzung an den neuen Standort. Für schnellen Zuzug aus der Umgebung gibt es bisher keine Erkenntnisse. Demnach müssten die am Truppenstandort Günzburg Bestatteten – d. h. sowohl die Soldaten wie „Mutter Courage und ihre Kinder“ – fremd sein. Doch woher stammen die Bewohner der um ein Kastell errichteten zivilen Siedlung? Handelt es sich bei den „camp-followers“ um Menschen, die als Familienmitglieder, Händler bzw. Dienstleister mit den Soldaten kamen, aus der Ferne zugezogen sind oder aus der unmittelbaren Umgebung stammen?

Die mehr als 1800 Bestattungen umfassende, modern untersuchte Nekropole von Günzburg, die von der flavischen Zeit bis in die Epoche der spätantiken Limitanverteidigung kontinuierlich genutzt wurde, bietet eine ungewöhnlich aussagefähige Arbeitsgrundlage für diese Fragestellungen. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Gräber der unmittelbar an den Zeitraum des Teilprojektes 6 anschließenden Frühphase der Belegung Günzburgs. Diese umfasst die frühe mittelkaiserzeitliche Okkupation und die nach Abzug der Truppe unmittelbar folgenden beiden Jahrzehnte. Die Herkunft der Toten wird über eine klassische Fundanalyse archäologisch bestimmt und über Isotopen der Leichenbrände gegengeprüft.

TP71     Bild3      Bild2

Frühe Gräber                           "Einheimische" Keramik         Kindergrab